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Sicherheitsrisiken durch Produktfälschungen Sind Plagiate die neue Gefahr?

Produktpiraten überschwemmen die Märkte mit Plagiaten, immer häufiger gelangen die gefälschten Produkte auch in den Handel. Dies schadet nicht nur den Herstellern der Originale, sondern birgt mitunter auch Sicherheitsrisiken für Anwender und Verbraucher. ProSicherheit sprach mit Till Barleben, Rechtsanwalt beim ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, über die Gefahren durch Plagiate und ihre Abwehr.


ProSicherheit: Welches Ausmaß hat die Produktpiraterie und welche Gefahren entstehen durch die Plagiate?

Till Barleben: Die weltweite Verbreitung von Plagiaten hat in den letzten fünf bis zehn Jahren neue Dimensionen angenommen. Gefälscht wird alles, was möglichst hohe Gewinne in kurzer Zeit verspricht. Die Produktpiraten schrecken dabei auch nicht vor Raubkopien im Bereich Sicherheitstechnik zurück, die durch minderwertige Materialien und schlechte Verarbeitung eine deutlich höhere Ausfallwahrscheinlichkeit als die Originalprodukte aufweisen können. Kommt es durch ein Plagiat zum Schadensfall, bleiben die Geschädigten zudem auf dem Schaden sitzen, da die Produktpiraten für Haftungs- und Gewährleistungsansprüche nicht zur Verfügung stehen.


ProSicherheit: Wie können sich Verbraucher und Hersteller gegen gefälschte Produkte schützen?

Till Barleben: Auch für Experten sind viele Plagiate mittlerweile schwer zu erkennen, da sie den Originalen oft täuschend ähnlich sehen. Generell sollten die Verbraucher bei extremen Billig-Angeboten vorsichtig sein, besonders bei unbekannten Herstellern oder Händlern fragwürdiger Seriosität. Die besten Artikel gibt es nur bei den Originalherstellern. Die sind zwar teurer, bieten dafür aber garantierte Qualität. Die Hersteller können gegen die Fälscher mit juristischen Mitteln vorgehen, aber auch mit technischen Maßnahmen wie etwa der stetigen Fortentwicklung einer abgestimmten Produktpalette sowie kurzen Innovationszyklen.


ProSicherheit: Wie kommt es zur gegenwärtigen Plagiat-Schwemme, wie hoch ist der wirtschaftliche Schaden?

Till Barleben: Die meisten Fälschungen kommen aus China, aber auch aus Osteuropa. Typisch für alle Fälscher ist die extrem kurze Lebensdauer ihrer Firmen, die sehr schnell auf dem Markt auftauchen und genauso schnell wieder verschwinden. Inzwischen entfallen rund acht Prozent des Welthandels auf Plagiate. Deutschen Unternehmen entsteht dadurch ein Schaden von rund 25 Milliarden Euro jährlich, knapp 70.000 Arbeitsplätze werden allein in Deutschland durch die Fälschungen vernichtet.