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Fachinfo
Was ist bei der Unternehmensnachfolge zu beachten?
Die Nachfolgeplanung ist für jeden Betrieb ein Sicherheitsaspekt und eine Pflichtaufgabe, die oft mit großen Schwierigkeiten verbunden ist. Generell empfiehlt es sich, rechtzeitig alle steuerlichen, rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen zu klären. ProSicherheit sprach mit Dirk Schreyer, der bei der KfW-Bankengruppe die nexxt-change-Unternehmensbörse betreut, über die richtige Vorbereitung auf die Unternehmensnachfolge.
ProSicherheit: Wo liegen die Probleme bei der Nachfolgeplanung für Unternehmen?
Dirk Schreyer: Je nach Unternehmen können ganz unterschiedliche Schwierigkeiten auftreten. Der häufigste Fehler ist, dass die Unternehmer die Planung ihrer Nachfolge zu lange vor sich her schieben und den Generationswechsel zu spät einleiten. Oft können sie sich selbst nur schwer von ihrem Lebenswerk lösen. Probleme gibt es auch bei Unternehmen, die aufgrund fehlender Investitionen und Innovationen nicht mehr marktfähig sind. Daneben ist die Kaufpreisfindung bei jeder Übergabe ein brisantes Thema. Hier empfiehlt es sich, die Unternehmensbewertung durch unabhängige Unternehmens- oder Steuerberater vornehmen zu lassen. Und last but not least: Den geeigneten Nachfolger zu finden, ist meistens gar nicht so einfach.
ProSicherheit: Wo findet sich der geeignete Unternehmensnachfolger?
Dirk Schreyer: Bis vor einigen Jahren war diese Frage für den Übergebenden schnell beantwortet: Sohn oder Tochter sollten den Betrieb weiterführen. Doch heutzutage verfolgen die Kinder oft eigene Interessen und verzichten auf eine Nachfolge. Dadurch nehmen interne Übertragungen ab, während immer mehr Unternehmen extern verkauft werden. Potenzielle familienexterne Nachfolger finden sich beispielsweise in der nexxt-change-Unternehmerbörse. Ebenso könnte es aber auch einer der aktuellen Mitarbeiter sein. Oder der Nachfolger findet sich im Freundes- und Bekanntenkreis, vielleicht sogar bei der Konkurrenz! Auf jeden Fall sollte eine objektive Eignungsprüfung erfolgen.
ProSicherheit: Wie können sich Unternehmer am besten auf den Führungswechsel vorbereiten?
Dirk Schreyer: Am wichtigsten ist die rechtzeitige und umfassende Planung der Unternehmensnachfolge. Bereits zehn bis fünf Jahre vor der Übergabe sollte man sich überlegen, wer als Nachfolger infrage kommt und ihn sukzessive an die neue Position heranführen, damit der Übergang möglichst fließend vonstatten geht. Fünf bis zwei Jahre vor dem Wechsel sollten der Unternehmenswert taxiert und künftige Arbeitsbedingungen geklärt werden. In den letzten zwölf Monaten folgen dann die Verhandlungen über den Kaufpreis und die Form der Übergabe. Sie sollten durch detaillierte Verträge abgesichert sein, wobei auch alle haftungsrechtlichen Konsequenzen berücksichtigt werden müssen.
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