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Unternehmertum Was ist die Quelle des Erfolgs?
Klaus Kobjoll ist Managementtrainer und als Inhaber des Hotels Schindlerhof in Nürnberg auch selbst ein vielfach preisgekrönter Unternehmer. ProSicherheit befragte Klaus Kobjoll, der seit seinem 22. Lebensjahr ausschließlich selbstständig arbeitet, zur Unternehmenskultur und zum Standort Deutschland.
ProSicherheit: Worin liegt das Geheimnis des erfolgreichen Unternehmers?
Klaus Kobjoll: Das ist kein Geheimnis, sondern etwas völlig Offensichtliches: Unternehmer zu sein bedeutet die Chance, Architekt meines Lebens zu sein. Spiele ich die Rolle des Hammers oder des Amboss? Ich empfehle die Entscheidung für Ersteres. Die Begeisterung für das, was man tut, ist der Schlüssel zum Erfolg. Natürlich ist mir klar, dass nicht jeder in seinem Leben eine oder mehrere Firmen gründen kann und will. Daher verwende ich gerne einen sehr weit gefassten Begriff des Unternehmers: Meine eigenen Mitarbeiter bezeichne ich auch als Mitunternehmer. Zumindest möchte ich sie zu solchen machen. Das heißt, dass sie ebenso wie ich die Möglichkeit haben, sich zu entfalten, weiterzuentwickeln - etwa durch Fortbildung - und das Unternehmen nach vorne zu bringen. Einer alleine gegen den Rest schafft das nämlich niemals.
ProSicherheit: Wenn wir beim Unternehmer im engeren Sinne bleiben: Wird es einem in Deutschland leicht gemacht, als solcher tätig zu sein?
Klaus Kobjoll: Grundsätzlich halte ich Deutschland für einen starken Wirtschaftsstandort, der dies auch in Zukunft bleiben wird. Aber wir haben auch gravierende landestypische Mankos. In erster Linie sind das eine überzogene Bürokratie und eine Steuerpolitik, die nicht mehr mit anderen Ländern konkurrieren kann. Meines Erachtens sind das zwei Hauptursachen für unsere wenig ausgeprägte Gründerkultur. Bedauerlich, denn es täte unserer Wirtschaft gut, wenn sich mehr junge Menschen selbstständig machen würden. Viele Produkte und Dienstleistungen wird es in der heutigen Form künftig nicht mehr geben. Daher brauchen wir Unternehmer, die Risiken auf sich nehmen und Innovationen zur Chefsache erklären.
ProSicherheit: Wie motiviert ein erfolgreicher Unternehmer seine Mitarbeiter - oder Mitunternehmer?
Klaus Kobjoll: Zunächst einmal kommt Motivation immer von innen. Der innere Antrieb ist vorhanden oder auch nicht. Das muss er bereits bei der Einstellung eines neuen Mitarbeiters sein. Was darüber hinaus oft oberflächlich unter dem Begriff Motivation zusammengefasst wird - Geschenke und Incentives - sind Rituale der Wertschätzung. Ich will deren Bedeutung gar nicht in Frage stellen. Im Gegenteil, in meiner eigenen Firma sind sie elementarer Bestandteil der Unternehmenskultur. Aber sie können die Motivation eben nur verstärken und nicht erzeugen.
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