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Frank Hauser "Die Unternehmenskultur beeinflusst maßgeblich den Erfolg"

Die Hekatron Vertriebs GmbH gewann im Februar als eines von 100 Unternehmen die Auszeichnung "Deutschlands beste Arbeitgeber 2009" des Great Place to Work® Institute. Dessen Geschäftsführer Frank Hauser erklärt im Interview, welche Merkmale für einen ausgezeichneten Arbeitsplatz ausschlaggebend sind und warum attraktive Arbeitsbedingungen auch für Unternehmen immer wichtiger werden.


Herr Hauser, was zeichnet einen "Great Place to Work" aus?

Das grundsätzliche Merkmal ausgezeichneter Arbeitgeber ist eine konsequente, nachhaltige Orientierung auf die Mitarbeiter, ihre Potenziale und Bedürfnisse. Ein "Great Place to Work" ist dadurch gekennzeichnet, dass die Beschäftigten Respekt erfahren. Außerdem ist ein glaubwürdiges Management wichtig, das seine Führungsrolle kompetent ausfüllt, offen und transparent agiert sowie zuverlässig ist. Hinzu kommt der Aspekt Fairness: Der Arbeitnehmer sollte das Verhältnis zwischen dem, was er gibt, und dem, was er bekommt, als gerecht wahrnehmen. Wenn die Kriterien Respekt, Glaubwürdigkeit und Fairness erfüllt sind, entsteht eine Vertrauenskultur zwischen den Beschäftigten und den Führungskräften - die Grundlage für einen ausgezeichneten Arbeitsplatz.


Das Great Place to Work® Institute unterstützt Unternehmen, die ihre Arbeitsplatzkultur verbessern möchten. Mit welchen Maßnahmen gelingt Ihnen das?

Zunächst einmal lassen wir die Beschäftigten zu Wort kommen. Wir führen Mitarbeiterbefragungen und Führungskräftebeurteilungen durch. Anschließend werten wir die erhobenen Daten aus und helfen dem Unternehmen bei der Einordnung der Ergebnisse. Was bedeuten 50, 60 oder 70 Prozent Zustimmung bei einer bestimmten Frage? Wie fallen die Ergebnisse im Vergleich zu anderen Firmen der gleichen Branche oder ähnlicher Größe aus? Und schließlich zeigen wir dem Unternehmen Maßnahmen auf, die Arbeitsplatzkultur in seiner spezifischen Situation zu verbessern. Denn nicht für jeden Betrieb ist die gleiche Strategie empfehlenswert. Selbstverständlich helfen wir, wenn es das Unternehmen wünscht, auch bei der Umsetzung der Maßnahmen.


Sie prämieren jedes Jahr die besten 100 Arbeitgeber in Deutschland. Wie werden die Sieger ermittelt?

Wir nutzen zwei Instrumente: Zum einen befragen wir die Mitarbeiter anonym. In Unternehmen bis 250 Beschäftigte erhalten alle Angestellten einen Fragebogen, in den größeren nehmen wir repräsentative Stichproben von mindestens 250 Mitarbeitern. Der Bogen enthält 60 standardisierte Fragen mit vorgegebenen Antwortkategorien und eine offene Frage. Zwei Drittel der Bewertung des Unternehmens gehen auf die Mitarbeiterbefragung zurück. Das letzte Drittel ergibt sich aus den Maßnahmen und Konzepten der Unternehmen im Personal- und Führungsbereich, die wir analysieren und bewerten. Mit dieser Methodik erfassen wir auf der Seite der Mitarbeiter die tatsächlich erlebte Kultur und auf der Seite der Unternehmen die geplante und gewollte Kultur.


Warum müssen sich Unternehmen in Zukunft noch stärker um attraktive Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter bemühen?

Wir haben eine repräsentative Untersuchung durchgeführt über den Zusammenhang von Arbeitsplatzkultur, Engagement der Mitarbeiter und Unternehmenserfolg. Es gibt eine sehr enge Korrelation zwischen der vorherrschenden Kultur, insbesondere dem Grad der Mitarbeiterorientierung, und der Bereitschaft der Beschäftigten, sich für ihr Unternehmen einzusetzen. Wenn sich ein Arbeitnehmer in seiner Firma wohl fühlt und mit seiner persönlichen Situation zufrieden ist, setzt er sich stärker dafür ein, dass das Unternehmen erfolgreich ist. Die Arbeitsplatzkultur und das Mitarbeiterengagement beeinflussen den Unternehmenserfolg in hohem Maße. Wir konnten zeigen, dass der Unterschied zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Unternehmen zu 30 Prozent auf die herrschenden Arbeitsbedingungen und das damit zusammenhängende Engagement der Beschäftigten zurückzuführen ist. Mitarbeiterorientierung und attraktive Arbeitsbedingungen sind für Unternehmen also sehr bedeutende Wettbewerbsfaktoren.