Referenzbericht
Referenzen
Mehr als nur Alarmieren
Die Stadtwerke Neumünster stellen aus Restmüll einen so genannten Ersatzbrennstoff her. In der Thermischen Ersatzbrennstoff-Verwertungsanlage (TEV) werden hieraus Fernwärme und Elektrizität gewonnen. Für Sicherheit sorgt das Brandmeldesystem Integral, das auch zur Ansteuerung einer Mehrbereichslöschanlage dient.
Die Stadtwerke von Neumünster in Schleswig-Holstein gewinnen aus Restmüll einen hochwertigen Brennstoff, indem sie zunächst Wert-, Stör- und Schadstoffe heraussortieren. Den Brennstoff führen sie anstelle von Kohle einem Heizkraftwerk, der so genannten Thermischen Ersatzbrennstoff-Verwertungsanlage (TEV) zu. Was den 88 Meter hohen Schornstein der TEV verlässt, unterschreitet die in der 17. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung festgelegten Werte bei weitem. Dies gewährleisten mehrfach redundante Rauchgasreinigungsstufen ebenso wie eine Online-Überwachung durch das Staatliche Umweltamt. Doch redundant ist in der TEV Neumünster nicht nur die Abgasreinigung, sondern auch die Sicherheitstechnik mit einer Brandmelderzentrale vom Typ Hekatron Integral als Herzstück.
Diese Integral-Anlage dient nicht nur der Branddetektion, sondern steuert im Alarmfall auch eine Sprühwasserlöschanlage an. Die Bedienung des Systems erfolgt über drei Bedienfelder mit gleichberechtigtem Zugriff. Sie befinden sich direkt an der Brandmelderzentrale im Schaltanlagenraum, in der Leitwarte und schließlich in der Sprinklerzentrale. Letztere ist als Anlaufpunkt im Ernstfall für die Feuerwehr zusätzlich mit einer Feuerwehrinformationszentrale, einem Feuerwehrbedienfeld sowie einem Feuerwehranzeigetableau ausgestattet. Die TEV Neumünster besteht aus drei großen Gebäudeteilen, die unterschiedliche Anforderungen an den technischen Brandschutz stellen: Kesselhaus, Rauchgasreinigung und Anlieferungshalle. Sie wurden daher zum einen mit Mehrfachsensormeldern sowie Handfeuermeldern, aber auch mit Brandgasmeldern und Wärmemaximalmeldern mit einer Auslösetemperatur von 220 Grad Celsius ausgestattet. Durch den hohen Staubanteil sind die Umgebungsbedingungen für die Brandschutztechnik in der TEV insgesamt als sehr rau zu bezeichnen. Dies machte aufwändige Installationen erforderlich, so wurden etwa die Kabel in Stahlpanzerrohren verlegt.
"Die Anlieferungshalle ist aus Sicht des Brandschutzes der sensibelste Abschnitt innerhalb der TEV", so Dierk Sachau, Projektleiter der Bernd Ickert Elektroanlagen GmbH aus Neumünster, dem Errichter der Integral-Anlage. Hier laden die ankommenden Lkw die Container mit dem Ersatzbrennstoff ab. Falls einer der Container einen Schwelbrand mitbringt, könnte dieser sich bei Kontakt mit dem Luftsauerstoff zu einem offenen Brand entwickeln. Eine Lüftungsanlage sorgt für ständige Luftzirkulation in der Halle. Dieser Umstand ermöglicht eine frühzeitige Branddetektion durch Brandgasmelder. Sie lösen im Falle eines Falles die Sprühwasserlöschanlage in einem von sechs Bereichen aus. "Mit den beiden Kernfunktionen Detektion und Ansteuerung einer Mehrbereichslöschanlage demonstriert unser Integral-System bei der TEV Neumünster die Bandbreite modernen technischen Brandschutzes", erklärt Hekatron-Vertriebsingenieur Gunther Joost. Seit Sommer 2005 versorgt die TEV Neumünster Bewohner und Betriebe in der 80.000-Einwohner-Stadt zuverlässig mit Elektrizität und Fernwärme. Die Integral-Anlage arbeitet seit ihrer Inbetriebnahme frei von Täuschungsalarmen.

